22. Januar Vortrag: Was von Marx zu lernen wäre

Überfluss und Armut, Arbeitsstress und Arbeitslosigkeit, Lebensmittelskandale, Pleitewellen, Millionen Hungernde, Milliarden für Bankenrettung – an Missständen, die beklagt werden mangelt es nicht. Sie werden „schonungslos aufgedeckt“ – und die dann folgenden „Erklärungen“ folgen alle dem gleichen Muster: irgendetwas ist da schief gelaufen, da hat irgendwie „der Markt“ nicht Funktioniert, da muss es dann auch „Schuldige“ geben, welche das eigentlich segensreiche Wirken der „Marktwirtschaft“ be- und verhindert haben – z.B. indem sie „gesundes Gewinnstreben“ durch „Profitgier“ ersetzt haben. Da sind sich sogar Linke und „Liberale“ einig – nur ob „mehr Staatliche Kontrolle“ oder die „Wiederherstellung wirklicher Marktkräfte“ helfen sollen macht dann den Unterschied.

Marx musste die ‚sozialen Missstände’ im Kapitalismus nicht erst ‚aufdecken’. Armut und Arbeitshetze in einem reichen Land findet man auch heute wie damals reichlich vor.
Die Wirkungen dieser Produktionsweise wollte Marx eben nicht als Ausnahme, Skandal oder Ungerechtigkeit einsortieren, sondern ihre Notwendigkeit für diese Form der Reichtumsproduktion nachweisen: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warenansammlung‘, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware“.

Gerade wenn sich alle Welt über die Krise der Geldwirtschaft sorgt, lohnt sich einmal die Frage, wie dieses Wirtschaftssystem eigentlich funktioniert: Die „Kritik der politischen Ökonomie“, so der Untertitel des Werkes, erklärt, woher der Reichtum im Kapitalismus kommt und wie sich darin Nutzen und Schaden dauerhaft verteilen.

An dem Kapitalismus, den Marx in der Phase seines Entstehens analysierte und kritisierte, hat sich seit seinen Tagen dies und das, aber nichts Wesentliches geändert. Immer noch ist die Vermehrung des Geldes der beherrschende Zweck, für den gearbeitet wird – und das ist keineswegs ein geschickter Umweg zur besseren Befriedigung der Bedürfnisse; noch immer sind die arbeitenden Menschen Kostenfaktor, also die negative Größe des Betriebszwecks; noch immer findet die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der größten Quelle des materiellen Reichtums, ausschließlich statt, um Löhne zu sparen und Arbeitskräfte zu entlassen – also um den Arbeiter ärmer zu machen.

Wegen dieser Aktualität, und nur wegen ihr, verdient es der längst verblichene Denker, dass man sich seiner erinnert. Seine Bücher helfen, die ökonomische Wirklichkeit heute zu erklären. Marx bietet ungewohnte Gedanken über Gebrauchswert und Tauschwert, konkrete und abstrakte Arbeit, Geld und Nutzen, Arbeit und Reichtum – paarweise Bestimmungen, die unsere moderne Welt nicht mehr auseinander halten kann, während sie tatsächlich die härtesten Gegensätze enthalten.

Referent: Dr. Theo Wentzke vom Gegenstandpunkt-Verlag (http://www.gegenstandpunkt.com/)

Die Veranstaltung wird von den Falken-Ortsverbänden Mannheim und Heidelberg, sowie von der Gruppe „In bester Gesellschaft“ (http://inbestergesellschaft.wordpress.com/) organisiert.
Sie ist Teil einer landesweiten Veranstaltungsreihe von verschiedenen Ortsverbänden der Falken.

Mehr Infos dazu gibts hier:
http://antikapitalismusbw.blogsport.de/

Hier ist die zentrale Facebookseite, auf der hier alle Vortäge, in allen Städten findet:
https://www.facebook.com/events/536308933179442/

Die Vortragsreihe soll auch als Vorbereitung auf ein Seminarwochenende dienen:
https://www.facebook.com/events/780923558641122/

Donnerstag // 20 Uhr // RadioRaum (Beyerlestraße 1 / DGB Haus / Hintereingang)